Wie fange ich an?

Du willst Ghostwriter werden, weißt aber nicht, wo du beginnen sollst?
Erst einen Auftrag suchen oder erst Gewerbe anmelden? Brauche ich überhaupt ein Gewerbe?
Ja am Anfang gibt es viele Fragen.

Zuerst einmal das meines Erachtens wichtigste:

Du brauchst kein Gewerbe anmelden!
Warum?
Ganz einfach als Autor und dazu zählst du als Ghostwriter bis du mehr oder minder künstlerisch tätig und entsprechend fällst du unter die freien Berufe. Das bedeutet für dich, du brauchst kein Gewerbe anmelden, solang du nicht noch irgendwas anderes machst, was nicht zu den freien Berufen gehört.

Anmelden musst du dich aber trotzdem, und zwar beim Finanzamt!!
Du benötigst den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Dieser muss spätestens dann abgegeben werden, wenn du den ersten Auftrag hast.
Warum?
Na ja, um eine ordentliche Rechnung schreiben zu können, benötigst du eine Steuernummer. Und du musst wissen, ob du von der Kleinunternehmerregelung gebrauch machst oder nicht.

Kleinunternehmerregelung?
Der Begriff ist verwirrend. Wir als Freiberufler haben kein Gewerbe oder ein Unternehmen, so wie es im allgemeinen Sprachgebrauch verstanden wird. Dennoch können wir die Kleinunternehmer Reglung beanspruchen, wenn wir nicht mehr als 17000 irgendwas EUR im Startjahr und 35000 irgendwas EUR im Folgejahr umsetzen.
Das schaffen die wenigsten zu Beginn.
Vorteile:
Wir müssen nicht monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung machen, es reicht am Ende des Jahres eine Einnahmen Überschuss Rechnung für das Finanzamt aus.
Die Rechnungsstellung ist einfacher, da wir keine Umsatzsteuer ausweisen müssen/dürfen.
Nachteile:
Wir können keine Rechnungen für das EU Ausland schreiben, denn dafür benötigen wir eine Umsatzsteuernummer.
Weil wir keine Umsatzsteuer ausweisen können, kann unser Kunde auch keine Vorsteuer geltend machen, das schreckt einige Gewerbliche Kunden ab.
Wir können selbst auch keine Vorsteuer geltend machen, sprich, wenn wir etwas anschaffen, wie etwa einen neuen Computer, Schreibprogramme oder Büroausstattung, können wir die gezahlte Umsatzsteuer auch nicht geltend machen.
Das ist also eine sehr wichtige Entscheidung und sollte gut überdacht sein. Ich persönlich habe übrigens auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet, da ich dieses Jahr, bzw. Anfang nächsten Jahres noch einige Anschaffungen tätigen möchte.

Und noch eine Stelle bei der du dich anmelden kannst, und wenn du vom Schreiben leben willst, auch anmelden solltst:

Die Künstlersozialkasse
Was ist denn das schon wieder?
Die Künstlersozialkasse übernimmt für selbstständig tätige Künstler die Funktion eines Arbeitgebers. Sie zahlt also den Arbeitgeberanteil zur Krankenkasse, Rentenkasse und auch Arbeitslosenversicherung hinzu.
Das spart gerade am Anfang einiges an Geld, da der Eigenanteil an die Einnahmen gekoppelt ist, wie bei einem Angestellten auch. Versicherst du dich hingegen freiwillig in der Gesetzlichen oder Privaten Krankenversicherung, zahlst du Fix Beträge, egal ob die Einnahmen das gerade hergeben oder nicht.
Leider ist das Beantragen der Mitgliedschaft nicht so einfach, es werden viele Nachweise verlangt.
Es macht also sinn schon einmal nebenberuflich ein Portfolio aufzubauen, das man dann, wenn man aus dem Job ausscheidet, der Künstlersozialkasse zum Nachweis vorlegen kann.

Wo findest du Aufträge?

Ich habe meine ersten Jobs bei Ebay Kleinanzeigen gefunden. Du kannst auch auf „mach du das“, „Texterjobbörse“ und ähnlichen Plattformen suchen.
Wenn du noch gar keine Erfahrung mit dem Texten hast, dann kannst du auch auf „Content.de“ oder „Textbroker“ anfangen. Allerdings ist der Verdienst da gering und die Aufträge haben oft unverhältnismäßig viel Recherche Arbeit für das Geld, das man dafür bekommt. Aber man bekommt viele Übungsmöglichkeiten. Also wenn man die Zeit erübrigen kann und sich erst mal in das Thema Ghostwriting einarbeiten möchte, kann man hier viele Aufträge finden, mit denen man seine Fertigkeiten trainieren kann.

So und das war mein Sermon zum Thema, wo du starten solltest, wenn du Ghostwriter werden willst. Wir lesen uns. 🙂

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