Der Schreibprozess

Ich hatte ja im letzten Beitrag schon etwas zum Thema Effizienz gesagt, darauf möchte ich jetzt noch einmal eingehen und dabei den eigentlichen Schreibprozess betrachten.

Du bekommst also als Ghostwriter deinen ersten Auftrag. Da steht ein Thema, wie viel Worte und vielleicht auch noch was der Kunde grob inhaltlich haben möchte. Manchmal bekommst du auch eine Gliederung mit Stichworten.

Recherche
Ich persönlich beginne dann damit, erst mal Googel zu befragen, was zu dem Thema so im Internet kursiert. Besonders hilfreich finde ich da meist Wikipedia. Nach einem groben Überblick schau ich mir die Literaturquellen auf Wikipedia und wenn vorhanden auf anderen Seiten an und schreib sie mir in eine erste Literaturliste.

Dann suche ich mir über Amazon und Co entsprechende Bücher. Auch die Bibliothek ist eine gute Anlaufstelle, wenn ich nicht eh schon Bücher zum Thema im Fundus habe. Meist konzentriere ich mich auf die Bücher, die Wikipedia nennt, aber mitunter gibt es in einem Buch weitere Quellen, denen man nachfolgen kann.

Gliederung und Notizen
Bereits mit den Internetressourcen und dem ersten Querlesen der Bücher, schreibe ich meine ersten Notizen. Dann folgt die Gliederung, die ich entweder selbst erstelle oder, wenn ich eine mitbekommen habe, überprüfe und gegebenenfalls überarbeite.

Erste Fassung
Nun geht es ans Eingemachte. Ich schreibe strickt von oben nach unten, dazu nehm ich mir die vielversprechendsten Buchabschnitte zum aktuellen Gliederungspunkt, lese quer, vergleiche und schreiben dann meine eigene Version.
So geht es einmal quer durch den Text. Bei dieser ersten Version achte ich noch nicht auf Rechtschreibung und Co. Das überlasse ich meinem Programm. Wenn ich mal stoppe, um zu schauen, ob es passt und dabei ein paar Sätze lese, korrigiere ich sie, aber nicht den ganzen Text.

Der rote Faden
Bin ich einmal durch, kommt die erste Überarbeitung. Hierbei geht es um den roten Faden. Ist er durchgängig, muss ich etwas ergänzen oder auch streichen, damit er passt? Dabei lese ich Stellen, die mir nicht passend erscheinen noch mal nach, ggf. besorge ich mir auch noch weitere Bücher.

Kapitelübergänge
Der nächste Bearbeitungsschritt sind die Übergänge zwischen den Kapiteln. Ergeben sie einen guten Lesefluss? Ist die Abfolge schlüssig?
Leider ist man an diesem Punkt oft etwas gehemmt, etwa wenn der Kunde eine Gliederung möchte, bei der sich einfach kein schöner Übergang ergibt. Dann muss man Feilen.

Faktencheck und letzte Korrektur
Im nächsten Schritt werden noch einmal alle Fakten geprüft, ehe es dann zur finalen Korrektur geht. Bei dieser darf man sich nicht nur auf das Programm verlassen, sondern muss ganz genau hinschauen. Egal wie gut das Programm ist das man verwendet, es wird nie alle Fehler finden.

Arbeitspausen
Wichtig ist auch zwischendrin immer wieder Pausen einzulegen. Ich lasse das Geschriebene gerne mal ein, zwei Tage liegen zwischen zwei Bearbeitungsschritten. Warum? Damit ich abstand gewinne. Ist man zu sehr im Text drin, findet man Fehler nicht so einfach, wie wenn man sich mal ein, zwei Tage mit etwas anderem beschäftigt hat.
Diese Pause nutze ich in der Regel für einen anderen Auftrag oder für ein eigenes Projekt. Denn wie sonst soll ich genug Aufträge im Monat schaffen, wenn ich sie nicht eng verzahne.

Der oben beschriebene Schreibprozess ist nicht der schnellste. Viele Ghostwriter suchen nur schnell im Netz und schreiben dann über das, was sie finden. Ich persönlich finde, es gibt nichts Schlimmeres als ein Buch, dessen Literaturliste nur aus Webseiten besteht. Doch man muss natürlich zugeben, dass die Recherche so viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Ressourcen
Wenn du also nicht zu einer Bibliothek fahren willst um Bücher zu checken und sie auch nicht kaufen willst, dann schaue dich nach Onlineressourcen kaufbarer Bücher um. Zum Beispiel kannst du Bei Kindle Unlimited einige Ausleihen, aber Vorsicht checke bei der Leihe erst das Literaturverzeichnis. Ich bin bei denen auch schon reingefallen und hatte dann Bücher, die nur andere Onlineressourcen zusammengefasst hatten.

Eine andere Möglichkeit, für die du nur einmal zu einer Bibliothek fahren musst, online Leihe. Es gibt auch in öffentlichen Bibliotheken die Möglichkeit zumindest ein Teil des Katalogs auch als Scan abzurufen. Dazu musst du dich einmalig registrieren.

Nächste Möglichkeit ist Google Books. Nicht alle Bücher sind hier zu finden, Autoren und Verlage müssen das explizit freischalten, aber wenn es freigegeben ist, kann man hier große Teile von Büchern einsehen und nach deinen Stichworten Durchsuchen.

Das Gutenberg Projekt hingegen beinhaltet nur Bücher, die nicht mehr unter das Urheberrecht fallen, weil sie entsprechend alt sind. Aber je nach deinem Thema kannst du auch hier deine Informationen finden.
Wenn du Qualität liefern willst, dann nutze Bücher für deine Recherche. Lerne, quer zu lesen, sodass du den Inhalt erfassen kannst, auch ohne das ganze Buch lesen zu müssen. Wie man das macht, erfährst du vor allem in Büchern für ein effizientes Studium, denn wo muss man mehr in kürzerer Zeit lesen, als wenn man studiert.

Ich werde aber auch einen der nächsten Artikel zum Thema Querlesen schreiben, sodass du es auch hier nachlesen kannst.

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